ACT-Artikel von Hagen

In einer systemischen Zeitschrift wurde ein Artikel über ACT von mir veröffentlich. Im Internet findet man die Zeitschrift hier: Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung

Abstrakt

Du bist die Schüssel, nicht die Suppe. Eine Einführung in die Akzeptanz und Commitment Therapie (ACT)

Die Akzeptanz und die Commitment Therapie (ACT) ist ein achtsamkeitsorientiertes Verfahren, das aus der Verhaltenstherapie hervorgeht. ACT ist gut anschlussfähig an die systemische Therapie und bereichert diese durch neue Sichtweisen und Handlungsoptionen. Der ACT-Ansatz ist nicht störungsorientiert, er konzentriert sich darauf, bestimmte Fertigkeiten zu verbessern. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Arbeit mit dem „Hexaflex“. Das Ziel ist psychische Flexibilität. Wie ACT vorgeht, wird im Artikel praxisnah erläutert.

Heft Nummer 4/2018

Heft Nummer 4/2018

Miteinander - Rückblick auf die Jahrestagung der DGKV vom 12.-14. Oktober 2018 in Bamberg

E7B4BCAE-5AB2-4687-9EB8-4BBB32063A1A.JPG

Auch wenn wenn sie nun schon einige Zeit zurück liegt: Die diesjährige Tagung der DGKV, des deutschen ACT-Verbandes, fand unter dem Titel: ACT verbindet - Achtsamkeit in der therapeutischen Beziehung statt. Eine Vielzahl an Workshops und Vorträgen luden ein, dieses Themenfeld aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen und wie immer gab es die Qual der Wahl... Als Gast für den einzigen zweitägigen Workshop war Aisling Leonhard-Curtin in Bamberg und führte in ihrem Workshop in „FAB“ ein, wer sich mehr damit beschäftigen möchte findet hier wie überhaupt zu vielen Workshops und Vorträgen Material auf der Homepage der DGKV: https://dgkv.info/lernen/konferenzen/dgkv-kongress-2018/

Mit viel Herz und Liebe zum Detail war die Tagung vorbereitet, das Essen großartig und die Kulisse der Stadt ebenfalls wunderschön. Miteinander: das zog sich von der Arbeit der Vorbereitungsgruppen über die manchmal ungewöhnliche Kooperation in der Raumnutzung bis hin zur Mitgliederversammlung, in der der alte Vorstand teilweise verabschiedet und ein neuer gewählt wurde. Wenn bei der Mitgliederversammlung eines Verbandes Begegnung so rührend, fachlich klar, die Vergangenheit würdigend und die Zukunft mit Vertrauen und einer klaren Vision in den Blick nehmend stattfindet, dann bin ich da gern dabei.

Die Jahrestagungen sind eine prima Lern- und Vernetzungsmöglichkeit:
10.-13.10.2019 in München
27.-31.10.2020 in Winterthur

Kommt zahlreich: ACT verbindet.

FullSizeRender.jpg

Ein weiter Blick - zur Tagung der DGSF

Bericht von der Jahrestagung der DGSF vom 20.-22.09.2018 an der Uni Oldenburg

Die diesjährige Tagung der DGSF trug den Titel “Ich, Du und die anderen… Selbstorganisation, Selbststeuerung und die Frage nach dem Sinn. Sie fand in einem wie ich fand sehr schönen Rahmen in der Uni Oldenburg statt und wurde vom Center für lebenslanges Lernen (C3L) an der Uni Oldenburg ausgerichtet. Dabei wurde der Blick wirklich weit: historisch zurück zur Verbindung systemischen Denkens mit vielen anderen therapeutischen Wurzeln und Theorien, in die Zukunft mit Fragen des Wozu systemischen Denkens und auffallend häufig mit einer Verbindung zu evolutionsbiologischen Fragestellungen und Antwortversuchen. In die Weite der Philosophiegeschichte. Der Bindungsforschung und wieder und wieder zu ethischen Fragestellungen. Besonders die Beiträge von Jürgen Kriz, Ariadne von Schirach, Claus Eurich und Tom Levold eröffneten Zugänge zur Verbindung unterschiedlichster Ansätze. Die Genauigkeit, mit der Tom Levold systemische Grundbegriffe rund um die Konzepte der Autopoiesis und weiterer Ansätze neu fasste und von dem Unterschied was er “Systemkitsch” nannte, war sehr beeindruckend.

In der Verbindung von systemischem Denken, Achtsamkeitspraxis und ACT durfte ich einen Workshop anbieten zu Akzeptanz als Praxis (besonders mit dem Aspekt der Vergänglichkeit und Wandlung dessen, was wir manchmal “Selbst” nennen) und eine kleine Ehrerbietung an die Liebe, was aufregend und schön zugleich war und eine Möglichkeit ein wenig von dem, was uns hier am Herzen liegt, auch auf einer Tagung mit einzubringen.

Wenn ihr Zusammenfassungen der Referent*innen der Hauptvorträge sehen wollt: hier geht es zum youtube-Kanal zur Tagung.

Die nächsten Jahrestagungen finden statt am:
19.-21.09.2019 in Hamburg
10.-12.09.2020 in Heidelberg

Anleitung zur kreativen Hoffnungslosigkeit von Russ Harris

Die kreative Hoffnungslosigkeit kann als ein Teil der Akzeptanzarbeit angesehen werden. Soll sie doch den Strategiewechsel vom Kampf gegen das Problem zum Leben mit dem Problem unterstützen. Was bekanntlich leichter gesagt als getan ist. Russ Harris hat eine schrittweise Anleitung für die therapeutische Arbeit geschrieben, die von ihm mit 5 Fragen zusammengefasst wird:

##Creative hopelessness (CH)

  1. What have you tried?
  2. How has it worked?
  3. What has it cost?
  4. What’s that like for you?
  5. Are you open to something different?

Hier der Link zur Anleitung auf der Website von Russ Harris: https://www.actmindfully.com.au/upimages/Nuts_and_Bolts_of_CreativeHopelessness-_May_2017_version.pdf

Hier das kleine Ebook: Nuts- and Bolts of Creative Hopelessness und das Worksheet: Join the D.O.T.S. aus dem Text.

Emotionen sind Daten

Die Psychologin Susan David spricht beeindruckend darüber, wie wichtig es ist, dass wir einen flexiblen Umgang mit unseren Emotionen entwickeln. Uns und unsere Kinder nicht in eine Positivität zwingen, die uns starr werden lässt, sondern offen für alle unsere Gefühle zu sein.
Alle unsere Emotionen sind wichtige Hinweise für unsere Werte. Unsere Gefühle besitzen uns nicht, sondern wir beherbergen unsere Gefühle.

Jetzt sucht er die Geschichte in seiner Erfahrung

Danke an Jürgen für sein Lieblingszitat über Wirklichkeitskonstruktion. Für alle von uns, die gerade erzählen, wie 2017 war und was 2018 so alles kommen soll.

“Ich sitze in einer Bar. Nachmittag, daher allein mit dem Barmann, der mir sein Leben erzählt. Warum eigentlich? Er tut’s, und ich höre zu, während ich trinke oder rauche; ich warte auf jemand, ich lese eine Zeitung. So war das! sagt er, während er die Gläser spült. Eine wahre Geschichte also. Ich glaub’s! sage ich. Er trocknet die gespülten Gläser. Ja, sagt er nochmals, so war das! Ich trinke – ich denke: Ein Mann hat eine Erfahrung gemacht, jetzt sucht er die Geschichte seiner Erfahrung…”

"Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält."

aus: Max Frisch, Mein Name sei Gantenbein